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Historie

Adler-Apotheke Worms

Mitten in der Stadt als Eckpfeiler der nur an dieser Stelle noch erhaltenen Domumbauung der Nibelungenstadt befindet sich in unmittelbare Nähe des Kaiserdoms in dem um 1720 entstandenen und ehemals im Eigentum der Familie von Prittwitz stehenden stattlichen Barockpalais seit 1841 die Adler-Apotheke.

Der unverputzte, dreigeschossige von einem barocken Mansarddach gekrönte Haussteinbau hat eine Fassadenausdehnung von fünf Fensterachsen mit zahlreichen, oft sehr zierlichen Füllungen der Felder unter- und oberhalb der Fenster.

Der charakteristische Barockbau mit seinen künstlerisch besonders wertvollen Details hat als eines der wenigen Bauten des 18. Jahrhunderts den Zweiten Weltkrieg überstanden und deshalb für Worms eine besondere Bedeutung.

Der Dom und die Adler-Apotheke als Zeitzeugen ehemaliger Stadtbaukunst bilden heute eines der wichtigsten Architektur-Ensembles der Stadt.

Da die jeweiligen Eigentümer das Haus nie, wie es in späteren Jahren mit vergleichbaren Häusern gerne gehalten wurde, dem Zeitgeschmack entsprechend umgebaut haben, ist es noch heute in seinem ursprünglichen Gefüge erhalten. Als besondere Rarität zeugt die hängende Konstruktion des großen zweigeschossigen Treppenhauses mit hölzernem Balustergeländer im Inneren des Gebäudes von den überragenden handwerklichen Fähigkeiten der Zimmerleute aus vergangenen Zeiten. Die barocke Treppenanlage aus dem 18. Jahrhundert, die es sonst nur in herrschaftlichen Häusern gab, ist die letzte im Original in Worms noch erhaltene ihrer Art.

Am 18. Januar 1910 wurde das Gebäude der Adler-Apotheke wegen der künstlerischen Qualität seiner Ausbildung vom Ausschuss für Baudenkmäler der Provinz Rheinhessen an Stelle des Denkmalrates für das Großherzogtum Hessen unter Denkmalschutz gestellt.

Obschon das Anwesen den Zweiten Weltkrieg vergleichsweise gut überstanden hat, hinterließen Beschussangeriffe ihre Spuren und durch den von in der Nähe niedergehenden Bomben erzeugten Luftdruck entstanden dennoch Schäden, so dass eine Sanierung zumindest ins Auge gefasst wurde.

Im Rahmen von Renovierungsmaßnahmen zur Erhaltung des Gebäudes wurden sodann 1980 unter Einsatz erheblicher privater Mittel der Familie des heutigen Eigentümers Tassilo Strasser sowie hoher staatlicher Zuschüsse auch die Apothekenräume vollständig umgestaltet und den Erfordernissen eines modernen Betriebs angepasst. An der Fassade angebrachte Gedenktafeln erinnern an berühmte Bewohner des Palais zu Prittwitz.


[an Bildmaterial vorgenommene Veränderungen oder Markierungen dienen der Veranschaulichung bzw. Verdeutlichung des Textmaterials; Bildmaterial ohne ausdrücklichen Quellennachweis stammt aus Familienbesitz oder eigener Produktion und unterliegt dem Copyright
© C|R Cornelia Rinne SchreibBüro Worms am Rhein]

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